Elisa Lohmüller

Elisa Lohmüller widmet sich in ihrer künstlerischen Arbeit der Frage, wie Material Zeit speichert, transformiert und Bedeutungen anlagert. In ihren konzeptuellen Materialexperimenten macht sie elementare Prozesse sichtbar: Vergänglichkeit, Ablagerung, Verdichtung oder Reibung, all das hinterlässt Spuren.

„Material ist nicht neutral, es speichert Zeit.““
(Elisa Lohmüller)

Mehr zu ihren Arbeiten:

Alternativ zum Beispiel: Wie werden Zeit, Transformation und Bedeutung in Material eingeschrieben? Staub, Kaugummis, Cellulose, Schweiß, Tränen oder industrielle Materialien erlangen durch ihre Untersuchungen und gezielten Eingriffe neue Möglichkeitsräume. In ihren Arbeiten treten Stoffe nicht als Rohmaterial auf, sondern als Zeugen von Prozessen. Sie verändern sich, reagieren, altern, verdichten sich oder lösen sich auf. Die Künstlerin nutzt diese Eigenlogik der verwendeten Materialien, verstärkt sie oder führt sie an ihre Grenzen, um Transformationspotenziale offenzulegen.

Durch ihre persönliche und oft unkonventionelle Umsetzung entstehen Werke, die im ersten Augenblick haptisch und ästhetisch verführen. Ihre Oberflächen, Texturen und Setzungen wirken sinnlich zugänglich, beinahe greifbar. Doch der zweite Blick offenbart eine unerwartete Mehrschichtigkeit: Spuren menschlicher Präsenz, sedimentierte Zeit, überschriebene Geschichten, manchmal auch eine leise Ironie.

Lohmüller überführt vertraute Materialien und alltägliche Prozesse in eine neue Wahrnehmungswirklichkeit und eröffnet neue Perspektiven. Die Prozesse sind präzise konzipiert und bleiben zugleich offen für materialeigene Logiken. In ihren künstlerischen Arbeiten reagiert Lohmüller in situ auf die jeweiligen räumlichen, materiellen und situativen Gegebenheiten.

Im Falle der Kunstbaustelle Stadlerhaus waren ihre ersten intuitiven Assoziationen bei der Begehung der Räumlichkeiten: der Geruch des Brandes und ein brandbedingtes (zwischenzeitlich wieder rekonstruiertes) Loch in der Außenwand des Gebäudes, das ein Hin- und Hergleiten zwischen Innen und Außen ermöglichte. Vor dem Hintergrund, dass das Verlagsgebäude ehemals eine Druckerei beherbergte, arbeitet sie in einer für das Stadlerhaus entwickelten Installation mit Cellulose und Wasser. Großformatige, neu geschöpfte Papierbögen hängen frei im Raum; in ihre Oberflächen hat sich das Wasser eines Sprinklerkopfes eingeschrieben.


Mehr zur Künstlerin:

Elisa Lohmüller *2000 in Reutlingen, lebt und arbeitet in Stuttgart

2018

Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Prof. Reto Boller


2023

Gastsemester an der Züricher Hochschule der Künste, Lorenza Longhi & Francesca Brusa


2024

Gastsemester an der AdBK München, Prof.in Schirin Kretschmann


Stipendien/Preise:

2025

Residenz-Stipendium, Künstlerstadt Kalbe                                    Holzschnitt Förderpreis, Kunstmuseum Reutlingen

Kunst am Bau:

2024

Künstlerische Neugestaltung der Turmzier an der Bergkirche Laudenbach in Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Bauamt Rottenburg und der Denkmalschutzbehörde Esslingen


Veröffentlichungen:

2025

ART Magazin, Künstlerinnenportrait Ausgabe Juni 2025 Rubrik Starter, Autorin Adrienne Braun Monopol Magazin: art karlsruhe SPEZIAL, Beitrag academy square art karlsruhe, Autorin Elke Buhr


Ausstellungen (Auswahl):

2026

Geschliffene Tränen, Städtische Galerie Ostfildern, Einzelausstellung  remontant, Crescere Stiftung Bodensee: constance contemporary  Kunstbaustelle Stadlerhaus Konstanz, Doppelausstellung mit Laura Benz


2025

Le souffle de la subsistence, La Kunsthalle Mulhouse, Mulhouse (FR); autosave_, Hongik Museum of Art, Seoul (KOR); Holzschnitt-Förderpreis 2025, Spendhaus, Kunstmuseum Reutlingen, Einzelausstellung

Kontakt:
elisalohmueller.com

instagram: elisalohmueller

Laura Benz

Die Arbeiten von Laura Benz konfrontieren uns unmittelbar und sehr direkt mit einer Fülle an Eindrücken und inhaltlichen Informationen - ein Flash. Man könnte die Wirkung mit einer Exkursion in ein unbekanntes, exotisches, in jedem Fall aber zu hinterfragendem Gebiet oder einer neuen Gefühlserfahrung, vergleichen. Denn neben dem konkret sichtbaren Bild auf der Leinwand, wird es von einem unsichtbaren Gefühl umgeben, das sich uns spürbar, aber nicht fassbar entgegendrängt.

„Figurenfragmente und ausschnitthafte Formen verschmelzen zu einem offenen Bildkosmos und hinterfragen vermeintliche Realitäten.“
(Laura Benz)

Mehr zur Arbeitsweise:

 

Benz gestaltet in ihrer großformatigen Malerei dynamische und vielschichtige Räume, deutet Gegenstände oft nur ausschnitthaft an: behandschuhte Hände, Figurenfragmente und andere auf den ersten Blick rätselhafte Formen und Strukturen. Manche dieser Formen kommen uns vertraut vor, andere erscheinen uns fremd. So oder so ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich, wollen genauer betrachtet und entschlüsselt werden. Sind diese Gegenstände das, was wir in ihnen sehen — oder täuschen wir uns und sie dienen uns lediglich als Platzhalter für ein mögliches Objekt?

 

Innerhalb des vielschichtigen Bildraums sind die Elemente Bestandteil des untrennbar mit ihnen verbundenen, malerischen Gesamtgefüges. Fluide, verlaufende Farbfelder, lasierende Schichtungen und pastose Setzungen stehen gleichwertig neben den Motivfragmenten. In diesem Wechselspiel wird die Unzuverlässigkeit unserer optischen Wahrnehmungsfähigkeit erfahrbar. 

 

Auch formal arbeitet Benz auf mehreren Ebenen. Sie konstruiert präzise Partien durch Abklebungen und klare Kanten, die eine fast grafische Strenge besitzen. Diese treffen auf Zeichnungen einer vagen erkennbaren Gegenständlichkeit, sowie malerisch zarte Passagen. Deren Zusammenspiel erschafft eine reflektierte, mehrschichtige Erzählebene — und verdichtet sich zu einem kohärenten, aber offenen Bildkosmos.

 

Die so entstandenen Werke stehen uns stark und präsent gegenüber - hypnotisieren uns, fordern heraus und eröffnen uns gleichzeitig einen neuen Blick auf vermeintliche Realitäten und gängige Sehgewohnheiten.

  

Mehr zur Künstlerin:

 

Laura Benz *1994 in Gießen, lebt und arbeitet in Stuttgart

 

2016

Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Prof. Thomas Bechinger  
                                                                     

2023

Diplom Fachrichtung Bildende Kunst

Stipendien/Preise:

2021        
GOPEA Förderprogramm

42. International TAKIFUJI Art Award, Special Jury Price, Japan

Ausstellungen (Auswahl):

2026        
REMONTANT, Crescere Stiftung Bodensee, constance contemporary Kunstbaustelle Stadlerhaus Konstanz, Doppel Ausstellung mit Elisa Lohmüller

2025        
Galerie Lauffer, Stuttgart, Duo-Ausstellung

Echoes and Entrances, BMW Foundation, München

Es ist noch kein Meister vom Schimmel befallen, Nordbecken,

Karlsruhe

2024        
Jahresgaben 2024, Kunstverein Augsburg

Zero Gravity, MAMO INTERIORS, Ulm, Solo ULTRAKONTEMPORÄR, Kleine Gegenwart, Hamburg

Searching for races, Galerie Rainer Gröschl, Kiel

Academy Square, art Karlsruhe

2023        
Salondergegenwart, Große Bleichen, Hamburg KIKERIKI, Kunstverein Konstanz

2022        
LINIE.FLAECHE.RAUM, Stadtgalerie Markdorf Start56, Burg Bentheim, Bad Bentheim

 

Kontakt:

laura-benz.com
instagram: laura_benz

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